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  Die Natur ist eine  Meister- Künstlerin.  Ich bin nur ein Staunender und möchte mit meinen  Bildern von der Schönheit künden...  

Meine Heimat

Blumberg und Umgebung

Ahrensfelde, Mehrow, Krummensee, Seefeld, Birkholz

 

 


Der Lenné-Park Blumberg

liegt im Landkreis Barnim, wenige Kilometer vom nordöstlichen Berliner Stadtrand entfernt im Ahrensfelder Ortsteil Blumberg und unweit des Berliner Autobahnrings bzw. der B158.

Graf Friedrich Ludwig von Arnim-Boitzenburg hat im Alter von 40 Jahren das Anwesen Blumberg erworben und, wie es seinem Stand entsprach, die Koryphäen seiner Zeit mit der Planung eines Herrenhauses und der Erweiterung der Parkanlage beauftragt.
Und so lieferten der Architekt Friedrich August Stüler Pläne für das Schloss und Peter Josef Lenné die Entwürfe für den Schlosspark.

Das Schloss ist in den letzten Kriegstagen 1945 abgebrannt und die Parkanlage hat in den Folgejahren durch Naturgewalten aber besonders durch Menschenhand bis weit in die 1970er Jahre hinein mehr als nur gelitten.

  Durch das Wirken einzelner Akteure, kommunaler Pflege und Investitionen und der Arbeit des Regionalparkvereins Barnimer Feldmark e.V. entwickelte sich der "Blumberger Lenné-Park" zu einem Kleinod am Berliner Stadtrand


Die Geschichte

Die Askanier waren es, die in den Jahrzehnten nach der Eroberung der Mark Brandenburg durch Albrecht der Bär ihr Herrschaftsgebiet bis zur Oder ausdehnten. In dieser Zeit dürfte auch die Entstehung des Gutes Blumberg anzusiedeln sein.

Bis zur Reformationszeit im bischöflichen Besitz, wurde das Kirchgut um 1520 an die Familie von Krummensee verkauft, bis es 1602 der kurfürstliche Kanzler Hans von Loeben erwarb. Mit der Übernahme der Besitztümer 1681 durch Freiherr Friedrich Ludwig von Canitz - seines Zeichens Diplomat und Freizeitpoet - kam der Ort Blumberg und sein Herrenhaus zu gewissem Bekanntheitsgrad und es entstand die seinerzeit angesagte barocke Gartenanlage mit Kanälen:

" ...nicht nur die Glanzzeit Blumbergs fällt in die Tage, wo Canitz hier heitre Gastfreundschaft übte, nein, das Dasein des Dorfs überhaupt würde kaum jemals über seine nächste Umgebung hinaus bekannt geworden sein, wenn ihm nicht die Alexandriner des märkischen Poeten (Canitz) zu einem Plätzchen in der Literatur- Geschichte und zu einem ähnlich guten Klange wie Wandsbeck oder Gohlis oder Alten-Gleichen verholfen hätten." [Theodor Fontane]

In den Folgejahren wechselten häufig die Besitzer des Rittergutes. Wobei Graf v.d. Schulenburg zwischen 1775 und 1790 eine erste Erweiterung der Gartenanlage und die Pflanzung diverser Gehölze zugesagt werden.

1836 erwarb Graf Friedrich Ludwig von Arnim das Anwesen und beabsichtigte, seinen neuen Besitz standesgemäß zu erweitern. So ließ er den namhaften Architekten Friedrich August Stüler ein neues Herrenhaus/Schloss im klassizistischen Stil bauen und beauftragte Peter Josef Lenné mit einem Konzept für den Park.

Sein Entwurf sah eine relativ sparsam bepflanzte großzügige Parkanlage mit weitläufigen Wiesen vor. Zwei Seen sollten das Problem des hohen Grundwassers lösen und über diverse Wege und Brücken umrundet werden können.

Bei der Umsetzung hat man sich weitestgehend an den Entwurf des Meisters gehalten und auch die bereits bestehenden Alleen mit einbezogen.

Nach dem Tod des Grafen blieb das Gut Blumberg in Besitz der Familie von Armin und wurde 1931 verkauft.

Die Folgezeit bis etwa Mitte der 1970er Jahre brachten dann zerstörende Eingriffe in die Parkanlage mit sich. Wohn- und Wirtschaftsgebäude wurden gebaut, Bäume gerodet, das Kanalsystem mehrfach geändert, ein Schießplatz, später ein Sportplatz angelegt und ein Teil des Areals mit einer Mauer umgeben.

Die fehlende Pflege ließ den Park zunehmend verwildern.



Der Park heute

ist weitgehend von den baulichen Verfehlungen der vergangenen Jahrzehnte befreit. So wurden beispielsweise die Baracken auf dem Schlossgelände und die Betonmauer im Park entfernt.

Viele der Parkwege sind saniert und die Holzbrücken am Hexenberg und an der Eichenallee entstanden nach alten Vorlagen neu.
Die Insel mit ihrer Eichengruppe ist wieder als solche erkennbar und einige Gräben sind freigelegt und der Park vom Wildwuchs und von den um 1960 gepflanzten Pappeln befreit worden.
Der Park wird nun regelmäßig gepflegt.

Der heutige Baumbestand

stammt zum Teil noch aus der ersten Erweiterung des Parks durch Graf v.d. Schulenburg in der Zeit zwischen 1775 und 1790.

Einzelne Bäume der Allee zur B158 und der Eichenallee sind aus dieser Zeit und haben heute ein ehrbares Alter von etwa 230 Jahren und eine stattliche Größe erreicht.

Aus dem "Lennéschen Zeitalter" stammen dann die heute etwa 170 Jahre alten Kastanien, Buchen, Eichen, Ulmen, Lärchen, Ahornbäume, Linden und Platanen.

Die gelegentlich im Park zu findenden Birken und Robinien werden der Zeit Anfangs des 20. Jahrhunderts zugeordnet.

Einen nicht geringen Teil des alten Baumbestandes vernichtete  im Sommer 1959 ein schwerer Sturm - andere Gehölzbestände des historischen Parks fielen diversen Bauvorhaben zum Opfer.


Quellen:

  • Duncker, Alexander „Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen......“, Bd. VII, Berlin 1864
  • "Peter Josef Lenné - Parks und Gärten im Land Brandenburg", Wernersche Verlagsgesellschaft, 2006)
  • Theodor Fontane, Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Vierter Teil: Spreeland. Beeskow-Storkow und Barnim-Teltow.
  • 3-teiliges Informationstafelsystem, Regionalpark Barnimer Feldmark e.V.