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Südwestkirchhof in Stahnsdorf

Südwestkirchhof der Berliner Stadtsynode in Stahnsdorf oder kurz Südwestkirchhof Stahnsdorf sind die Bezeichnungen für den im Jahr 1909 angelegten Friedhof der evangelischen Kirchengemeinden des Berliner Stadtsynodalverbandes.

Der Friedhof liegt südwestlich von Berlin, außerhalb der Stadtgrenzen, auf dem Gebiet der brandenburgischen Gemeinde Stahnsdorf und ist mit einer Gesamtfläche von rund 206 Hektar einer der größten Friedhöfe europaweit sowie nach dem Hauptfriedhof Ohlsdorf in Hamburg Deutschlands zweitgrößter Friedhof. Aufgrund seines Waldcharakters sowie der Vielzahl historisch wertvoller Grabmäler und anderer Bauwerke steht die Begräbnisstätte in der Brandenburgischen Denkmalliste [1] und stellt eine der wichtigsten Park- und Landschaftsdenkmäler im Berliner Großraum dar.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zeichnete sich in den innenstadtnahen Bereichen Berlins aufgrund des gewaltigen Bevölkerungswachstums der Stadt eine Verknappung der verfügbaren Begräbnisplätze ab. Infolgedessen entstanden Planungen für mehrere große, ausbaufähige Friedhöfe im Berliner Umland. Für deren Anlage erwarb der Berliner Stadtsynodalverband, Kirchengemeinden der Evangelischen Landeskirche der älteren Provinzen Preußens in Berlin und Umland umfassend, schließlich um die Jahrhundertwende drei große Grundstücke außerhalb der Stadt. Darunter war auch eine damals rund 156 Hektar große, zum Teil mit Kiefernwald bewachsene Ackerfläche im südwestlichen Berliner Umland, zwischen den Wäldern der Parforceheide im Norden und im Westen, der neuen Potsdamer Landstraße im Süden und der Gemeinde Stahnsdorf im Osten. Der dort geplante Großfriedhof sollte dazu beitragen, das Bestattungsproblem der evangelischen Kirchengemeinden Berlins (und einiger damals noch selbstständiger Städte in unmittelbarer Nähe) zu lösen.

Für die Anlage des Friedhofs wurde im September 1907 ein Gestaltungswettbewerb ausgeschrieben, aus dem das Gemeinschaftsprojekt des Stadtobergärtners Richard Thieme und des Wilmersdorfer Stadtbauinspektors Paul Nitze als Sieger hervorging. Letztendlich war der Synodalverband jedoch mit keinem der fünf preisgekrönten Entwürfe zufrieden und übertrug schließlich dem Garteningenieur der Berliner Stadtsynode Louis Meyer (1877–1955) die Ausarbeitung neuer Pläne unter Berücksichtigung der Wettbewerbsideen. Seine Planung war auf ein naturromantisches Erscheinungsbild ausgerichtet; mit großem persönlichem Engagement setzte sich Meyer auch nach der Eröffnung der Anlage mehrere Jahrzehnte hindurch für den weiteren Ausbau des Waldfriedhofs ein. Der neu entstandene Friedhof war waldähnlich und naturnah und einer der ersten seiner Art in Deutschland. Die großzügige und naturbelassene Gestaltung, die ein Zeichen in der Bestattungskultur gesetzt hatte, war auch in der fortschreitenden Industrialisierung und der zunehmenden Überbevölkerung der Großstädte begründet. Während so 1908 der Ostkirchhof Ahrensfelde und 1909 der Südwestkirchhof entstanden, wurde die Anlage des Nordkirchhofs in Mühlenbeck nie realisiert. [2]

Der neu entstehende Friedhof war nicht nach durchnummerierten Feldern geordnet, wie es sonst üblich war. Die sogenannten ‚Bestattungsblocks‘ waren jeweils einer der Kirchengemeinden im Einzugsgebiet zugeordnet, die zur Stadtsynode gehörte. Aufgrund vertraglicher Vereinbarungen wurden der Block Schöneberg und der Block Charlottenburg für Bestattungen Verstorbener aus den damaligen Stadtkreisen Charlottenburg und Schöneberg eingerichtet. Der 1923 entstandene Schwedische Friedhof der schwedischen Victoria-Gemeinde Berlins wurde überwiegend zur Grablege schwedischer Diplomaten.

Die Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 

Die Eröffnung des neuen Friedhofes erfolgte am 28. März 1909, wenige Tage später wurde hier die erste Beerdigung durchgeführt. Angrenzend an den Südwestkirchhof wurden 1909 westlich der Friedenauer Waldfriedhof (seit 1935 Wilmersdorfer Waldfriedhof Güterfelde) und 1920 nördlich der städtische Wilmersdorfer Waldfriedhof Stahnsdorf (zunächst als Schöneberger Waldfriedhof angelegt, ab 1935 unter dem heutigen Namen betrieben), beides kommunale und damit religiös ungebundene Großfriedhöfe.

Aufgrund der großen Entfernung des neuen Großstadtfriedhofs von Teilen seines Einzugsgebietes wurde eine neue Infrastruktur geschaffen. Mit einem größtenteils von der Stadtsynode getragenen Kostenaufwand von 2,5 Millionen Mark wurde ein S-Bahn-Anschluss direkt bis zum Friedhof geschaffen. Es wurde vom Bahnhof Wannsee bis zum Südwestkirchhof eine 4,4 Kilometer lange, eingleisige Stichlinie durch die Parforceheide errichtet, die sogenannte Friedhofsbahn. Im Volksmund wurde sie damals als „Leichen-“ oder „Witwenbahn“ bezeichnet. Sie wurde am 2. Juni 1913 in Betrieb genommen und war durch spezielle Waggons und besondere Bahnhöfe in Halensee und Stahnsdorf neben der Beförderung der Angehörigen und Friedhofsbesucher auch auf den Transport der Särge eingerichtet. Die 1928 elektrifizierte Friedhofsbahn einschließlich eines eigens errichteten Bahnhofsgebäudes auf dem Vorplatz des Kirchhofs war bis zum Mauerbau 1961 in Betrieb.

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